Farbseparation Siebdruck: Separo oder UltraSeps?
Separo oder UltraSeps? Der Praxisvergleich erklärt Kosten, Photoshop-Abhängigkeit, Korrekturtiefe und RIP-Übergabe bei der Farbseparation im Siebdruck.

Farbseparation Siebdruck: Die Entscheidung zwischen Separo und UltraSeps lässt sich in der Praxis klar trennen: Separo passt zu Betrieben mit geringem Auftragsvolumen, die zunächst im Browser separieren wollen, ohne Photoshop anzuschaffen. UltraSeps ist die bessere Wahl, wenn Photoshop in der Druckvorstufe bereits gesetzt ist und mit einer einmaligen $399-Lizenz detaillierte Kanalkorrekturen gefragt sind. Bei 10 Simulated-Process-Aufträgen pro Monat kostet Separo Starter im ersten Jahr $588; UltraSeps kommt zusammen mit Adobes derzeit günstigstem Tarif mit Desktop-Photoshop auf $638.88. Bleiben die heutigen Preise bestehen, liegt UltraSeps ab Monat 14 bei den kumulierten Kosten vorn.
Preise, Tarifbedingungen, Kompatibilitätsseiten und Herstellerdokumentation wurden am 14. September 2026 geprüft. Da weder ein eigener Output- noch ein Drucktest stattfand, stützt sich das Urteil auf dokumentierte Einstellmöglichkeiten, Dateien, Abhängigkeiten und Kosten — nicht auf einen vermeintlichen Vergleich der Druckqualität.
Farbseparation Siebdruck: Separo oder UltraSeps?
Separo ist die richtige Wahl, wenn die Separation den Engpass bildet, Photoshop im Betrieb aber noch nicht zum Workflow gehört. Das Tool läuft im Browser, erledigt die rechenintensive Verarbeitung auf eigenen Servern, wählt eine Tintenkombination, erstellt für dunkle Textilien eine Unterlegung und exportiert eine Mehrkanal-EPS-Datei. Starter bietet den saubereren Einstieg für Betriebe mit bis zu 10 Simulated-Process-Aufträgen pro Monat — besonders dann, wenn unbegrenzte Sonderfarben-Aufträge und Kundenproofs den Großteil der Warteschlange ausmachen.
UltraSeps passt besser, wenn die Druckvorstufe ohnehin in Photoshop arbeitet. Automatisierte Aktionen, Plugins und JavaScript erzeugen mehrere Ausgangspunkte für Simulated Process. Anschließend bleiben die Druckplatten direkt im Editor: Dort lassen sich Unterlegungen auswählen, Kanaldaten zusammenführen oder abziehen, eigene Sonderfarbkanäle erstellen und einzelne Stellen reparieren. Der aktuelle Einmalpreis von $399 rechnet sich gegenüber Separo Plus schnell. Photoshop ist jedoch Pflicht, und vor dem Kauf sollte die konkrete Produktionsmaschine auf Kompatibilität geprüft werden.
Entscheidend ist, wo die Korrektur stattfindet. Separo automatisiert mehr Arbeit, bevor die Datei den Editor erreicht. Bei UltraSeps wird der Editor selbst zur Werkbank. Wer regelmäßig kleine Kanten ausbessert, die Dichte zwischen Druckplatten neu verteilt oder eigene Sonderfarbkanäle anlegt, erhält mit UltraSeps die direkteren Eingriffsmöglichkeiten. Wenn die meisten freigegebenen Aufträge vor allem einen soliden ersten Durchlauf und eine berechenbare Übergabe an einen externen RIP benötigen, spart Separo mehr Einrichtungsarbeit.
Dasselbe Motiv auf dunklem Textil: von der Quelldatei zu den Druckplatten
Ein sinnvoller Vergleich beginnt mit einer einzigen fotografischen Illustration für ein schwarzes Textil — nicht mit zwei vom jeweiligen Hersteller ausgewählten Vorzeigedateien. Das Motiv enthält eine Hautpartie, einen weichen Farbübergang, einen Schriftzug mit harten Kanten und kleine helle Details. Genau diese Elemente zeigen, wo Simulated Process scheitern kann: an schmutzigen Tonwertüberlagerungen, einer schwachen weißen Basis, einem Lichthof an harten Kanten oder einer Druckplatte, die nur im zusammengesetzten Proof überzeugend aussieht.
Beim Simulated Process wird mit einer begrenzten Auswahl an Sonderfarbtinten und Rasterpunkten ein größeres Farbspektrum nachgebildet. Die Separation ist dabei nur der erste Schritt. Für ein produktionsreifes Ergebnis braucht es außerdem eine Unterlegung — die weiße Basis unter den Farben auf einem dunklen Shirt —, editierbare Tintendruckplatten sowie einen festgelegten Weg zu Rasterung und Passer.
Farbseparationssoftware allein ist noch kein vollständiger Workflow
Bei Separo lädt die Fachkraft die Quelldatei hoch, legt Textil und verfügbare Tinten fest und überlässt dem Cloud-Dienst die Wahl einer Tintenkombination. PMS-Abgleich und die Beschränkung auf vorrätige Tinten halten die Empfehlung auf Wunsch innerhalb des eigenen Lagerbestands. Der Proof aktualisiert sich, sobald Farben ergänzt, entfernt oder geändert werden. Separo erstellt eine Unterlegung und stellt Tonwertzuwachskurve, Verkleinerung der Unterlegung sowie Farbüberfüllung ein, bevor die Mehrkanal-EPS-Datei den Dienst verlässt.
Dieser Weg spielt seine Stärke aus, wenn der automatisch erzeugte Druckplattenaufbau bereits stimmt. Eine globale Anpassung von Verkleinerung oder Überfüllung kann ein allgemeines Passerproblem beheben, ohne die Datei von Hand neu aufzubauen. Ein lokaler Fehler — etwa ein fehlendes Glanzlicht neben dem kleinen Schriftzug — verändert dagegen die Rechnung: Für Detailkorrekturen verweist selbst Separo auf Photoshop. Sobald solche Eingriffe regelmäßig nötig sind, schrumpft der Browservorteil.
Bei UltraSeps wird die Quelldatei in RGB mit transparenten, nicht druckenden Bereichen vorbereitet, die Farbeinstellungen des Herstellers werden geladen, und empfohlen sind 200 bis 300 dpi. Das Benutzerhandbuch zu v3 bietet Sim Process #1, #2 und #3, statt für jedes Bild dasselbe Rezept zu versprechen. In Sim Process #1 prüft die Fachkraft mehrere Varianten für Schwarz, Rot und die weiße Basis, behält brauchbare Kanäle, löscht oder kombiniert den Rest und korrigiert über Kurven, wenn eine Druckplatte zu viel oder zu wenig Dichte aufweist.
Dasselbe lokale Problem mit dem Glanzlicht lässt sich beheben, ohne Photoshop zu verlassen. Kanaldaten können zusammengeführt oder abgezogen, eine eigene Sonderfarbe ergänzt und die gewählte Unterlegung verstärkt oder punktuell verändert werden. UltraSeps liefert außerdem Aktionen zur Verkleinerung um 1, 2 oder 3 Pixel. Das Handbuch räumt offen ein, dass sich dieser Schritt nicht vollständig automatisieren lässt: Die Fachkraft muss die äußeren und freigestellten Bereiche auswählen, die nach innen verschoben werden sollen.
Das Ergebnis ist nicht einfach ein hübscheres Mock-up. Es ist ein Druckplattenpaket, das eine andere Fachkraft in der Druckvorstufe erneut öffnen, Kanal für Kanal einzeln anzeigen, mit der Tintenliste abgleichen und über den vorgesehenen Ausgabeweg weiterleiten kann. Am hartkantigen Schriftzug darf kein weißer Saum erscheinen, der weiche Übergang darf nicht im Schmutz versinken, und kleine Glanzlichter müssen als bewusst gesetzte Punkte erhalten bleiben statt als vereinzeltes Rauschen.
Separo: der bessere Browserdienst
Für Betriebe, die ihre Separation automatisieren möchten, ohne ein weiteres lokales Paket zu installieren, ist Separo der bessere Dienst. Der Anbieter beschreibt seine Engine ausdrücklich als Machine Learning. Der praktische Nutzen steckt jedoch vor allem im umgebenden Workflow: Tintenerkennung, Proofs, Einstellungen für dunkle Textilien und eine standardisierte Übergabe.
Laut der aktuellen Feature-Seite erfolgt die Verarbeitung auf den Servern von Separo. Für den automatischen Durchlauf gibt es daher weder eine lokale Betriebssystem- noch eine Photoshop-Anforderung. Als Eingaben werden unter anderem EPS, Adobe Illustrator AI und Adobe Photoshop PSD unterstützt. Die Engine rastert mit 300 dpi; als Standardausgabe ist eine Mehrkanal-EPS-Datei dokumentiert.
Starter kostet $49 pro Monat und umfasst unbegrenzte Proofs, unbegrenzte Sonderfarben-Aufträge sowie 10 Simulated-Process-Aufträge. Plus kostet $149 pro Monat, enthält dieselben unbegrenzten Kontingente für Proofs und Sonderfarben sowie 40 Simulated-Process-Aufträge und erweiterte Separationsoptionen. Für beide Tarife werden eine 30-tägige Testphase und eine jederzeitige Kündigung beworben.
Die wichtigsten Produktionsparameter sind klar benannt. Jede Separation enthält eine Unterlegung für dunkle Textilien. Tonwertzuwachs, Verkleinerung der Unterlegung und Farbüberfüllung lassen sich anpassen. Außerdem kann die Farbauswahl auf bereits vorrätige Tinten begrenzt werden. So führt eine kluge automatische Palette nicht unbemerkt zu einem Einkaufsproblem.
Drei Einschränkungen verdienen ebenso viel Aufmerksamkeit:
- Der RIP bleibt extern. Separo bezeichnet seinen integrierten Cloud-RIP weiterhin als kommende Funktion. „Direkt zum Rippen“ bedeutet, dass die EPS-Datei in einen vorhandenen RIP übernommen werden kann — nicht, dass schon heute eine vollständige Filmausgabe enthalten ist.
- Die Zusage zur editierbaren Ausgabe ist enger, als die Beispielgalerie vermuten lässt. Separo bietet herunterladbare PSD-Beispiele, nennt auf der Feature-Seite aber Mehrkanal-EPS als reguläres Ausgabeformat. Vor dem Aufbau eines Photoshop-Korrekturprozesses rund um PSD sollte deshalb das exakte Exportformat des Produktionskontos bestätigt werden.
- Die kaufmännischen Aussagen widersprechen sich. Im Preisblock wird eine Geld-zurück-Garantie beworben; die zuletzt am 28. Februar 2017 aktualisierten Nutzungsbedingungen von Separo erklären bezahlte Gebühren dagegen für nicht erstattungsfähig. Die 30-tägige Testphase ist daher das sichere Prüfzeitfenster. Eine Rückerstattungszusage sollte schriftlich vorliegen.
Auch das Cloud-Modell gehört in die Beschaffungsprüfung. Laut Bedingungen erhält Separo Rechte, nicht personenbezogene Unternehmensdaten zur Bereitstellung und Verbesserung des Dienstes zu nutzen. Wer noch unveröffentlichte Lizenzmotive verarbeitet, sollte vor dem Upload klären, ob diese Formulierung zu den eigenen Kundenverträgen passt.
Am besten geeignet für: Verteilte Betriebe oder Unternehmen mit geringerem Volumen, die schnelle erste Durchläufe, Proofs und den Abgleich mit vorrätigen Tinten ohne lokale Installation schätzen.
Nicht geeignet, wenn: Lokale Korrekturen einzelner Pixel auf Druckplatten die Regel und nicht die Ausnahme sind oder Kundenmotive nicht in die Cloud geladen werden dürfen.
UltraSeps v3: die bessere Photoshop-Werkbank
UltraSeps v3 ist die bessere Werkbank für Produktionsgrafiker, die Automatisierung wollen, ohne auf die Kanalwerkzeuge von Photoshop zu verzichten. Es handelt sich um klassische Automatisierung, nicht um ein dokumentiertes Machine-Learning-Produkt: Photoshop-Aktionen stoßen Plugins und JavaScript an, die die Separation erzeugen und verändern.
Das Paket enthält drei unterschiedliche Simulated-Process-Methoden sowie eine Basic 5 Color Simulated-Methode. Diese Auswahl ist relevant, denn ein für eine bestimmte Palettenstruktur optimierter Separator kann eine andere überladen. UltraSeps erzwingt keine einzige Antwort, sondern liefert mehrere Ausgangspunkte und erwartet danach fachliches Urteilsvermögen.
Die Korrekturtiefe ist der eigentliche Kaufgrund. Dokumentiert sind mehrere Unterlegungen, alternative Schwarz- und Rotkanäle, die Erzeugung eigener Sonderfarben, das Zusammenführen und Abziehen von Kanälen, Kurven, Dichteprüfung, Passermarken und getrennte Abläufe für schwarze beziehungsweise andere dunkle Textilien. Allein Sim Process #1 erzeugt vier Varianten der Unterlegung. Das ist keine Ein-Klick-Lösung, hält die Korrektur aber direkt bei den erzeugten Kanälen.
Das aktuelle Produktangebot nennt für den sofortigen Download einen reduzierten Preis von $399 statt $599. Der Kauf umfasst Installationsprogramme für Windows und macOS. Version 3 verzichtet auf das frühere System aus Anfragenummer und Autorisierungscode und darf ohne zusätzliche Maschinengebühr auf allen Computern des Käufers installiert werden.
Das ist dennoch keine unbegrenzte Teamlizenz. Der Hersteller bittet Käufer, eine Kopie nicht unter vielen Nutzern zu teilen, und empfiehlt größeren Grafikabteilungen mit mehr als wenigen Nutzern zusätzliche Exemplare — mindestens eines pro Nutzerpaar. Diese Formulierung ist für die Beschaffung weniger eindeutig als ein Vertrag pro Arbeitsplatz. Ein Betrieb mit mehreren Fachkräften sollte deshalb vor der Zahlung bestätigen lassen, wie viele Lizenzen benötigt werden.
Test- und Erstattungsbedingungen machen diesen Vorabcheck besonders wichtig. UltraSeps bietet eine 15-tägige Testversion, doch der Download enthält die Vollversion von v2 und nicht v3. Laut Hersteller sind die Funktionen im Wesentlichen identisch, während v3 schneller arbeitet und ein anderes Lizenzmodell nutzt. Der bezahlte Download von v3 ist ein endgültiger Kauf; Erstattungsanträge werden laut Produktseite nicht bearbeitet.
Am besten geeignet für: Eine Photoshop-erfahrene Fachkraft in der Druckvorstufe, die automatisierte Ausgangspunkte mit tiefen, lokalen Kanalkorrekturen verbinden will und das Tool lange genug einsetzen wird, damit sich der Einmalpreis rechnet.
Nicht geeignet, wenn: Ein Browser-Workflow gewünscht ist, keine Photoshop-Vollversion vorhanden ist, eine eindeutig definierte Mehrbenutzerlizenz benötigt wird oder der aktuelle Arbeitsplatz vor einem nicht erstattungsfähigen Kauf nicht geprüft werden kann.
Farbseparation mit Photoshop: Wo Korrekturzeit anfällt
Die Abhängigkeit von Photoshop ist nicht automatisch ein Kostenfaktor oder ein Vorteil. Sie zahlt sich nur aus, wenn die Fachkraft die lokalen Eingriffsmöglichkeiten oft genug nutzt, um die freigegebenen Druckplatten zu verbessern.
Bei UltraSeps steht die Korrekturzeit im Vordergrund. Nach dem automatischen Durchlauf wird entschieden, welche Schwarz-, Rot-, Unterlegungs- und Farbkanäle bestehen bleiben. Mit Kurven lässt sich die Dichte einer einzelnen Druckplatte verändern. Durch Zusammenführen und Abziehen können Bilddaten zwischen Tinten verschoben werden. Eine eigene Sonderfarbe kann einen Farbton auffangen, den der Standardsatz verfehlt. Auch die Unterlegung unter einer ausgewählten Deckfarbe lässt sich verändern, ohne die gesamte Separation neu auszuführen.
Separo versucht, diesen Aufwand schon vor dem Export zu verringern. Der Dienst wählt Tinten, berücksichtigt Lagerfarben, aktualisiert einen Proof und stellt globale Parameter für Tonwertzuwachs, Verkleinerung und Überfüllung bereit. Lösen diese Regler den Auftrag, hat der Browserdienst Photoshop-Arbeit eingespart. Muss eine kleine Kante oder eine isolierte Tonwertpartie dennoch korrigiert werden, wandert die Mehrkanal-EPS-Datei in einen Editor — und der Ablauf ähnelt wieder der lokalen Alternative.
Eine pauschale Aussage, welches Tool schneller ist, wäre unseriös. Die Korrekturzeit hängt von der Qualität der Quelldatei, dem Tintensatz des Betriebs und dem Standard der Fachkraft für Druckplatten ab. Entscheidend ist folgende Rechnung:
Monatliche Softwareersparnis geteilt durch die Vollkosten einer Arbeitsstunde in der Druckvorstufe ergibt das verfügbare Zeitbudget für Korrekturen.
Beim niedrigeren Auftragsvolumen spart ein Betrieb, der Photoshop bereits bezahlt, im ersten Jahr monatlich $15.75 an Lizenzkosten, wenn der Kaufpreis von $399 für UltraSeps auf 12 Monate verteilt wird. Verursacht UltraSeps jeden Monat mehr als $15.75 zusätzlichen Korrekturaufwand, ist diese Softwareersparnis aufgebraucht. Beim höheren Volumen spart UltraSeps zusammen mit dem Photography-Tarif monatlich $95.76 gegenüber Separo Plus. Separo müsste also pro Monat mehr als $95.76 an Korrektur- und Übergabeaufwand einsparen, um diesen Softwareunterschied auszugleichen.
Der handwerkliche Maßstab lautet: lokal reparieren, ohne an anderer Stelle Schaden anzurichten. Wenn für die Korrektur einer einzigen blassen Kante ein neuer automatischer Durchlauf nötig ist, der jede Druckplatte verändert, bestimmt die Automatisierung zu viel. Kann die Fachkraft diese Kante ausbessern und dabei freigegebenen Tintensatz, Unterlegung und Druckreihenfolge erhalten, ist die Datei näher an der Produktionsreife.
Preisunterschied und Amortisationspunkt
Bei den langfristigen Softwarekosten liegt UltraSeps vorn. Im Szenario mit geringerem Volumen gewinnt Separo dagegen das erste Jahr, wenn Photoshop erst angeschafft werden muss. Mit dem Auftragsvolumen und der Frage, ob Adobe bereits bezahlt wird, kippt das Ergebnis.
Adobe führt derzeit seinen Photography-Tarif inklusive Desktop-Photoshop für $19.99 pro Monat bei jährlicher Laufzeit und monatlicher Zahlung. Der Photoshop-Einzelprodukt-Tarif kostet $22.99 pro Monat. Die Rechnung mit dem günstigeren Photography-Tarif fällt bewusst zugunsten von UltraSeps aus.
Separo und UltraSeps im Kostenvergleich nach Auftragsvolumen

Die Gesamtsumme von $638.88 für UltraSeps setzt sich aus dem Kaufpreis von $399 und $239.88 für 12 Monate Adobe Photography zusammen. Mit dem Photoshop-Einzelprodukt-Tarif für $22.99 ergibt sich stattdessen ein Gesamtpreis von $674.88 im ersten Jahr. Steuern, Hardware, RIP-Software, Ausgabematerialien und Arbeitszeit sind in keinem der Beträge enthalten.
Die kumulierten Amortisationspunkte machen die Entscheidung greifbarer:
- Ist Photoshop bereits bezahlt, unterschreitet UltraSeps die kumulierten Kosten von Separo Starter nach 8.14 Monaten. Monat 9 ist der erste volle Monat, in dem UltraSeps günstiger ist.
- Schließt ein Neukäufer den Photography-Tarif für $19.99 ausschließlich für UltraSeps ab, liegt UltraSeps nach 13.75 Monaten unter Separo Starter. Monat 14 ist der erste volle günstigere Monat.
- Gegenüber Separo Plus amortisieren sich UltraSeps und Photography nach 3.09 Monaten. Monat 4 ist der erste volle günstigere Monat.
Das sind reine Lizenzvergleiche, keine Aussagen zur Produktivität. Ein laufendes Abo kann trotzdem günstiger sein, wenn es genügend qualifizierte Korrekturzeit spart. Ein dauerhaft lizenziertes lokales Tool kann weiterhin teuer ausfallen, wenn Kompatibilitätsprobleme die Warteschlange unterbrechen.
RIP-Übergabe: EPS oder native Photoshop-Kanäle
Separo bietet die einfachere Übergabe nach der Separation, UltraSeps die flexiblere Übergabe an die Filmausgabe. Keines der beiden Tools sollte gekauft werden, bevor die exportierte Datei ohne Neuaufbau den vorhandenen RIP oder den direkten Ausgabeweg des Betriebs erreicht.
Die dokumentierte Standardausgabe von Separo ist eine Mehrkanal-EPS-Datei aus einem Raster-Workflow mit 300 dpi. Für etablierte Abläufe mit Sonderfarbkanälen ist das ein sinnvolles Austauschformat. Laut Separo kann die Datei an einen RIP übergeben oder für Korrekturen in Photoshop geöffnet werden. Der Cloud-RIP des Dienstes ist weiterhin als kommende Funktion gekennzeichnet; das nachgelagerte System bleibt damit Aufgabe des Betriebs.
UltraSeps hält editierbare Kanäle in Photoshop. Für eine anpassbare Rasterausgabe aus modernen Photoshop-Versionen empfiehlt der Hersteller, die PSD-Datei in Illustrator oder CorelDraw zu platzieren beziehungsweise zu öffnen und von dort an den RIP zu senden. Die RGB-Kompositkanäle müssen erhalten bleiben, damit die externe Anwendung die Datei lesen kann. Bei direkter Ausgabe aus neueren Photoshop-Versionen lassen sich die Vorgaben des RIP nutzen. Die früheren Einstellungen für LPI, Winkel und Punktform pro Kanal bietet der Druckdialog von Photoshop jedoch nicht mehr.
Farbseparation im Siebdruck endet erst bei der Übergabe
UltraSeps bietet außerdem eine No-RIP-Konvertierung. Sie wandelt bis zu 10 Farbkanäle in eine vorgerasterte Mehrkanal-Bitmap mit 600 dpi um, in der LPI, Winkel und Punktform bereits eingebettet sind. Das ist ein nützlicher Ausweichweg, aber kein frei editierbarer Zustand: Nach der Konvertierung können die Kanäle nicht mehr mit Kurven oder Tonwertkorrektur angepasst werden, und die Dateigröße lässt sich nicht verändern. Sämtliche Korrekturen müssen vorher abgeschlossen sein.

Beim Druckbetrieb sollten akzeptierter Dateicontainer, erforderliche Kompositkanäle, Benennung der Tinten, Endformat, Passermethode und Zuständigkeit für die Rasterung erfragt werden. „Editierbar“ ist bedeutungslos, wenn der nächste Arbeitsplatz die Druckplatten nicht korrekt öffnen kann.
Kompatibilität und Lizenzbedingungen vorab prüfen
Weil die Verarbeitung im Web stattfindet, umgeht Separo die Kompatibilität mit lokalen Anwendungen. UltraSeps tauscht diese Bequemlichkeit gegen die Integration in Photoshop ein. Entsprechend besteht dessen Kompatibilitätszusage aus mehr beweglichen Teilen.
Laut UltraSeps-FAQ ist eine englischsprachige Photoshop-Vollversion erforderlich; Photoshop Elements ist ausgeschlossen. Angegeben wird Unterstützung von Photoshop CS3 bis Creative Cloud sowie unter Windows auch CS2. Dieselbe Seite nennt Windows XP oder neuer, Mac OS X 10.5 oder neuer auf Intel und Kompatibilität mit M1 oder neuer über den M1-Universal-Build. Beide Plattform-Installer sind im Kauf enthalten.
Diese Aussage braucht eine Einordnung. In den aktuellen technischen Anforderungen von Adobe werden Photoshop 27.x und neuer, Windows 11 24H2 oder 23H2, Windows 10 22H2 oder 21H2 LTSC sowie macOS 26, 15 oder 14 als unterstützte Umgebungen aufgeführt. Die öffentlichen Seiten von UltraSeps versprechen zwar allgemein aktuelle und künftige Creative-Cloud-Kompatibilität, nennen Photoshop 27.x oder macOS 26 jedoch nicht ausdrücklich.
Die Supportseite zu v3 zeigt, warum ein Test auf der Produktionsmaschine mehr zählt als pauschale Formulierungen. Dokumentiert sind eine Korrektur für Passermarken in CC 2020, ein Installerproblem bei Käufen von v3 vor dem 25. Juli 2019, ein Reset für vollständig gefüllte oder invertierte Kanäle in Creative Cloud, ein nativer v3.3-Build für M1 und ein JavaScript-Ersatz für einen Color-Book-Fehler in Photoshop v24 oder höher.
Das beweist nicht, dass UltraSeps mit der aktuellen Ausstattung scheitert. Es zeigt, dass Kompatibilität eine versionsabhängige Betriebsaussage und kein einfaches Häkchen ist. Vor dem Kauf sollte die Testversion installiert werden; anschließend sind die im Betrieb benötigten Aktionen auszuführen, das Ergebnis zu speichern, erneut zu öffnen und an den tatsächlichen Ausgabearbeitsplatz weiterzugeben. Da die Testversion auf v2 basiert, prüft sie die Kernfunktionen überzeugender als das Verhalten des aktuellen Installers und der Lizenz von v3.
Wechselkosten: Wer besser beim bestehenden Tool bleibt
Ein funktionierender Separationsworkflow sollte nicht allein wegen eines niedrigeren Preisschilds ersetzt werden. Teuer ist vor allem, die Prozesskette darum herum neu aufzubauen.
Beim Wechsel von Separo zu UltraSeps kommt eine vollständige Photoshop-Lizenz hinzu, falls sie noch nicht vorhanden ist. Dazu kommen Installerverwaltung, Aktionen, Farbeinstellungen, Regeln für die Vorbereitung von Quelldateien und ein lokaler Aktualisierungspfad. Die Fachkraft muss lernen, welche Simulated-Process-Methode zu welcher Vorlage passt, wie alternative Kanäle ausgewählt werden und wann weitere Korrekturen keinen Nutzen mehr bringen. Bestehende EPS-Übergaben und Proof-Gewohnheiten müssen auf die Ausgabe über PSD, Illustrator, CorelDraw, RIP oder No RIP übertragen werden.
Der Wechsel von UltraSeps zu Separo entfernt einen Großteil dieser lokalen Einrichtung, verlagert aber zugleich die fachliche Entscheidung. Eigene Aktionen, bevorzugte Rezepte für Unterlegungen, Gewohnheiten bei der Dichte und archivierte PSD-Kanalstrukturen werden nicht automatisch zu Cloud-Einstellungen. Stattdessen akzeptiert der Betrieb monatliche Limits für Simulated Process, Cloud-Uploads, Mehrkanal-EPS als Standard und einen externen RIP, während Proof- und Freigabeprozess neu eingeübt werden.
Ein etablierter UltraSeps-Betrieb sollte nicht wechseln, wenn die Fachkraft schnell in Photoshop arbeitet, der aktuelle Installer stabil läuft, archivierte Aufträge korrekt geöffnet werden und die RIP-Übergabe erprobt ist. Mit der laufenden Gebühr von Separo würde ein bereits funktionierender Workflow ersetzt.
Ein etablierter Separo-Betrieb sollte nicht wechseln, wenn die meisten Aufträge mit globalen Einstellungen bestehen, Sonderfarben den Großteil der Warteschlange ausmachen, Remote-Proofs wichtig sind und lokale Photoshop-Korrekturen selten vorkommen. Die tieferen Kanalwerkzeuge von UltraSeps schaffen nur dann einen Mehrwert, wenn sie tatsächlich benötigt werden.
Am sichersten ist ein kurzer Übergangszeitraum, in dem beide Wege verfügbar bleiben. Repräsentative archivierte Arbeiten werden erneut geöffnet, die freigegebene Ausgabe dient als Referenz, und die neuen Druckplatten werden damit verglichen, bevor ein Nachdruck über eine andere Software läuft.
Ein kontrollierter Testablauf
Ein belastbarer Vergleich verwendet eine Quelldatei, eine Produktionsvorgabe und genau eine erlaubte Korrekturrunde. Er prüft die Übergabe, statt das Tool mit dem zunächst schöneren Vorschaubild zu belohnen.
Eine aussagekräftige Quelldatei festlegen
Wählen Sie ein praxisnahes Motiv mit einem weichen Tonwertbereich, einer harten Kante, kleinen Glanzlichtern und Transparenz. Die Masterdatei bleibt unverändert; beide Wege arbeiten mit denselben Endmaßen.
Produktionsvorgaben einfrieren
Halten Sie Textilfarbe, verfügbare Tinten, Anforderungen an die Unterlegung, erwarteten Proof und das exakte Ziel für RIP oder Direktausgabe fest. Die Tintenliste darf nicht geändert werden, um einen der beiden Separatoren besser aussehen zu lassen.
Automatischen Durchlauf dokumentieren
Speichern Sie vor manuellen Eingriffen den zusammengesetzten Proof und jede Druckplatte. Halten Sie fest, was die Software ausgewählt hat, welche Regler verfügbar waren und ob sich die Ausgabe im nachgelagerten System korrekt öffnen ließ.
Eine Korrekturrunde zulassen
Beheben Sie in beiden Workflows dasselbe erkannte Problem. Bei Separo kommen zunächst die verfügbaren globalen Einstellungen und bei Bedarf anschließend der Korrekturweg über EPS zum Einsatz. Bei UltraSeps genügt die kleinstmögliche Änderung auf Kanalebene, die den Fehler beseitigt.
Filmausgabe technisch prüfen
Kontrollieren Sie Tintennamen, Druckreihenfolge, Unterlegung, Abmessungen, Verantwortung für die Rasterung und Passer. Öffnen Sie die gespeicherte Datei erneut am Ausgabearbeitsplatz, statt sich allein auf den Erstellungsrechner zu verlassen.
Nur angenommene Aufträge kalkulieren
Addieren Sie Softwareausgaben sowie Arbeitskosten für Korrektur und Übergabe. Teilen Sie die Summe anschließend durch die Aufträge, deren Druckplatten die Vorstufe bestehen. Ein günstiger automatischer Durchlauf, der neu aufgebaut werden muss, ist keine günstige Separation.
Die Testzeiträume sind nicht gleichwertig. Separo bewirbt für seinen aktuellen Dienst 30 Tage. UltraSeps bietet 15 Tage mit v2, während das bezahlte Produkt v3 ist und nicht zurückgegeben werden kann. Die UltraSeps-Testversion eignet sich zur Prüfung von Funktion und Ausgabe; vor der Zahlung sollte der Hersteller zusätzlich den konkreten Installer und Arbeitsplatz bestätigen.
Der nächste Schritt am Montag: Einen repräsentativen archivierten Auftrag für ein dunkles Textil auswählen, die bereits freigegebenen Druckplatten als Referenz festschreiben und das obige Protokoll ausführen, bevor ein laufender Auftrag umgestellt wird. Es gewinnt das Tool, das mit weniger ungeklärten Entscheidungen beim Druckbetrieb ankommt — nicht das Tool mit dem am schnellsten erzeugten Kompositbild.
Häufig gestellte Fragen
Ist Separo oder UltraSeps besser für Simulated-Process-Separationen?
Separo ist stärker bei browserbasierter Automatisierung, einem günstigen Einstieg für geringe Volumen, dem Abgleich mit vorrätigen Tinten und Proofs ohne lokale Installation. UltraSeps ist besser, wenn eine Photoshop-erfahrene Fachkraft lokale Kanäle reparieren, alternative Unterlegungen wählen, eigene Sonderfarben anlegen und mehrere automatisierte Separationsmethoden nutzen muss.
Was benötigt das UltraSeps-Plugin?
UltraSeps v3 arbeitet mit Photoshop-Aktionen, Plugins und JavaScript und verlangt eine englischsprachige Photoshop-Vollversion. Photoshop Elements wird nicht unterstützt. Vor dem endgültigen Kauf sollte der konkrete aktuelle Arbeitsplatz geprüft werden.
Kann Separo Photoshop und UltraSeps ersetzen?
Separo kann Photoshop aus dem automatischen ersten Durchlauf entfernen und seine Mehrkanal-EPS-Datei an einen bestehenden RIP übergeben. Sind lokale Reparaturen an den Druckplatten nötig, kann Photoshop oder ein anderer kompatibler Kanaleditor dennoch wieder Teil des Workflows werden. Der integrierte Cloud-RIP von Separo ist noch nicht verfügbar.
Wie groß ist der Preisunterschied zwischen Separo und UltraSeps?
Separo kostet $49 pro Monat für 10 Simulated-Process-Aufträge oder $149 für 40. UltraSeps v3 kostet aktuell einmalig $399, doch Neukäufer benötigen zusätzlich Photoshop — derzeit über Adobe Photography ab $19.99 pro Monat. Bei 10 Aufträgen monatlich ist Separo damit im ersten Jahr $50.88 günstiger; bei 40 ist die Kombination mit UltraSeps vor Arbeits- und RIP-Kosten um $1,149.12 günstiger.
Funktioniert UltraSeps mit aktuellem Photoshop und macOS?
UltraSeps beansprucht breite Unterstützung für Creative Cloud und M1 oder neuer; auf der Supportseite finden sich Korrekturen für mehrere Probleme moderner Versionen. Photoshop 27.x und macOS 26 werden öffentlich jedoch nicht ausdrücklich genannt. Daher sollten Installer, Aktionen, Speichern und erneutes Öffnen sowie die RIP-Übergabe auf dem Zielsystem geprüft werden.
Benötigt UltraSeps einen RIP?
Nicht immer. UltraSeps kann editierbare Photoshop-Kanäle an einen RIP senden oder bis zu 10 Farben für eine No-RIP-Ausgabe in eine vorgerasterte Mehrkanaldatei mit 600 dpi umwandeln. Die konvertierte Datei kann weder skaliert noch angepasst werden. Daher müssen alle Korrekturen vorher abgeschlossen sein.
Einen Überblick über das weitere Feld mit Browser-Tools und klassischen Vergleichsmaßstäben bietet der aktuelle Vergleich von Tools zur Farbseparation im Siebdruck.
- Zuletzt aktualisiert
- 14. Sept. 2026
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