Weaving Software im Test: WeavePoint 9 am Webstuhl
Weaving Software für Windows: Der Test zeigt, was WeavePoint 9 bei Entwurf, Schussverfolgung und Webstuhlsteuerung leistet – samt Preisen und Alternativen.

Die Weaving Software WeavePoint 9 kostet $297 für die manuelle Schussverfolgung und $376 mit einem AVL- oder Louet-Treiber. Der Kauf lohnt sich nur, wenn der Windows-Ablauf zum Webstuhl im eigenen Studio passt. Dieser Test von WeavePoint 9 bewertet den manuellen Schuss-Tracker als schlüssig und die elektronische Steuerung als grundsätzlich leistungsfähig; ob das Programm wirklich passt, entscheiden jedoch Treibervariante, Controllergeneration und Betriebssystem.
Weaving Software für den Webstuhl: WeavePoint 9 im Kurzurteil
WeavePoint 9 ist ein Windows-Programm für Webentwürfe. Aus einer strukturellen Webpatrone wird wahlweise eine Schussanzeige für einen manuellen Webstuhl oder eine direkte Schaftanweisung für einen unterstützten computergestützten Webstuhl. Eine Universalfernbedienung für Webstühle ist das Programm nicht. Die Standardlizenz merkt sich die Position beim Weben; eine Treiberversion ergänzt die Kommunikation mit genau einer benannten Webstuhlfamilie.
Der Kauf ist schlüssig, wenn Entwurf und Ausführung am Webstuhl im selben Programm bleiben sollen. Weniger sinnvoll ist er, wenn die Patrone bereits fertig ist und ein günstigerer Tracker oder ein hardwarespezifischer Treiber nur noch den letzten Arbeitsschritt übernehmen muss.
Preise und Spezifikationen wurden am 17. September 2026 anhand der aktuellen Anbieterseiten geprüft. Das öffentliche WeavePoint-Änderungsprotokoll endet derzeit bei Version 9.0.3.1. Für die Einordnung ist der Testumfang entscheidend: Erstellt wurde eine eigene WIF-1.1-Testdatei mit 4 Schäften, 4 Tritten, 8 Kettfäden und 16 Schüssen; die Abschnittszahlen wurden validiert. Der Weg durch Import, Weiterschalten, Korrektur, Speichern und Fortsetzen wurde mit dem aktuellen Handbuch abgeglichen. Die Windows-Anwendung lief in dieser Linux-Umgebung nicht, und es war kein elektronischer Webstuhl angeschlossen oder angesteuert.
Entscheidend ist der Umfang, nicht eine beliebige Zahl von Features. WeavePoint rechtfertigt den Aufpreis, wenn eine komplexe Patrone, ihre Analyse und die Steuerung zusammengehören. Geht es nur darum, die aktuelle Position zu behalten, lässt sich ein Preis von $297 gegenüber einem manuellen Tracker für $160 schwer begründen. Kann ein kompatibler AVL-Controller eine WIF-Datei bereits über das kostenlose AVLDrive lesen, braucht ein zusätzlicher kostenpflichtiger Treiber einen Grund auf der Entwurfsseite.
Für wen WeavePoint 9 passt – und wer darauf verzichten sollte
WeavePoint 9 richtet sich an Weberinnen und Weber, die Entwurf und Websitzung aus einer gemeinsamen verlässlichen Quelle steuern möchten. Das ist bei einem anspruchsvollen Tischwebstuhl, einem Kontermarschwebstuhl, einem Trittwebstuhl mit langem Rapport oder einem unterstützten elektronischen Dobby wertvoll: Ein einziger verlorener Schuss kann das Gewebe verziehen, lange bevor der Fehler ins Auge fällt.
Am meisten profitiert, wer bereits Windows nutzt, mit WIF- oder WPO-Patronen arbeitet und mehr als eine rote Linie braucht, die sich durch die Trittfolge bewegt. WeavePoint analysiert die Struktur, wechselt zwischen Anbindungs- und Hebungsplanansicht, zeigt den Geweberapport und übernimmt anschließend den gewählten Bereich in die Webstuhlsteuerung. Einen breiteren Überblick über Entwurfsprogramme bietet die Auswahl an Software für Handwebpatronen, die WeavePoint mit Fiberworks, AdaCAD, WeaveIt, iWeaveIt und Treadl vergleicht.
Wer ausschließlich manuell die Position verfolgen möchte, kann verzichten, sofern WeaveIt Pro die handwerklichen Anforderungen erfüllt. WeaveIt Pro unterstützt WIF und verfolgt unter Windows 10 und 11 die Trittfolge an Tritt- und Tischwebstühlen für $160. Das sind $137 weniger als für die WeavePoint-Lizenz ohne Treiber. Der Funktionsumfang ist kleiner, das Preis-Leistungs-Verhältnis für fertige Patronen aber klarer.
WeaveIt Pro ist die vernünftige Alternative für ein Studio, das einen klassischen Desktop-Entwurf und eine Positionsmarke am Webstuhl braucht, ohne für die umfangreichere Analyseoberfläche von WeavePoint zu bezahlen. Allerdings ersetzt das Programm nicht bei jedem Dobby einen elektronischen Treiber.
Eine günstigere Windows-Dobby-Lösung kann pixeLoom for Windows + Dobby sein, sofern sie die vorhandene Hardware tatsächlich unterstützt. Der aktuelle Preis beträgt $255; die offizielle Seite bestätigt die Unterstützung elektronischer Dobby-Steuerköpfe. Welche Köpfe kompatibel sind, nennt die öffentliche Produktseite nicht. Der niedrigere Preis ist deshalb ein guter Grund für eine präzise Anfrage vor dem Kauf, aber kein Freibrief für Annahmen.
pixeLoom verkauft außerdem die Windows-Designversion für $180 und das Dobby-Upgrade für $75. Passt der Treiber, ist diese Preisgestaltung attraktiv. WeavePoint ist weiterhin die besser dokumentierte Wahl, wenn eine umfangreichere Strukturanalyse oder eine der ausdrücklich genannten Schnittstellenfamilien benötigt wird.
Auch als Treiberkauf kann WeavePoint entfallen, wenn AVLDrive bereits zum Controller passt und die Patrone anderswo entsteht. AVLDrive 1.0 ist kostenlos, akzeptiert WIF-Dateien und unterstützt Compu-Dobby IV, 4.5 sowie Little Weaver 1.0. Dass es ausdrücklich keine Designsoftware ist, macht den Vorteil aus: Ein AVL-Besitzer kann in einem anderen Programm entwerfen und vermeidet, zweimal für die Steuerung zu bezahlen.
Für neuere AVL-Hardware ist AVLDrive ebenfalls der klarere Bezugspunkt. Auf Compu-Dobby 5 und Little Weaver 2 läuft eine interne Version von AVLDrive; WeavePoint übergibt die WIF-Datei an diese browserbasierte Steuerung. Die AVL-Ausgabe von WeavePoint kann sich wegen ihrer Entwurfsumgebung dennoch lohnen, doch der integrierte Controller verändert, wofür die zusätzlichen $79 gezahlt werden.
Wer primär mit einem Mac arbeitet, sollte innehalten. Eine native macOS-Ausgabe gibt es nicht. Laut Anbieter dürfte Windows unter Parallels die elektronische Steuerung unterstützen; über CrossOver, PlayOnMac oder Wine funktioniert die serielle Steuerung dagegen nicht. AVL selbst verweist Besitzer von Compu-Dobby IV und 4.5 mit neueren Macs auf Fiberworks PCW Silver Plus. Das ist eine deutlich ernstere Einschränkung als die pauschale Behauptung, Windows-Software lasse sich irgendwie auf einem Mac betreiben.
Die Entscheidungsregel ist eindeutig: WeavePoint lohnt sich für die Verbindung aus anspruchsvollem Entwurf und passendem Steuerungsweg. Nicht sinnvoll ist es, wenn lediglich Tracking, WIF-Wiedergabe oder native Plattformunterstützung fehlen.
WeavePoint zur manuellen Webstuhlsteuerung: Schüsse verfolgen ohne Dobby
Die manuelle Webstuhlsteuerung in WeavePoint 9 ist eine visuelle Sequenzanzeige, kein elektronischer Treiber. Sie zeigt die aktuelle Struktur in gut lesbarer Größe am Webstuhl und wechselt zum nächsten oder vorherigen Schuss, sobald der Weber den Befehl gibt. Damit ist die Standardlizenz für $297 auch an einem gewöhnlichen Webstuhl nützlich. Zugleich liegt genau dort ihre Grenze: Die Software weiß nicht, ob das reale Fach korrekt war.
Für den eigenen Kurztest diente ein 2/2-Köper im Hochfach mit 4 Schäften, 4 Tritten, 8 Kettfäden und 16 Schüssen. Der gerade Einzug wiederholte sich zweimal. Vier Anbindungen benachbarter Schäfte bildeten die Köperfolge, die sich über die 16 Schüsse wiederholte. Alle deklarierten Mengen der Testdatei stimmten mit den indizierten Zeilen überein. So ließ sich der Steuerungsweg untersuchen, ohne eine inkonsistente Patrone im Test zu verstecken.
Vor der Steuerung besteht diese WIF-Datei lediglich aus Strukturanweisungen. Sie kann einer Software mitteilen, welche Schäfte zu einem Schuss gehören, merkt sich aber nicht, wo eine Person aufgehört hat. Nach der dokumentierten Einrichtung der Steuerung zeigt WeavePoint einen gewählten, wiederholten Bereich in einem vergrößerten scrollenden Raster, daneben den Geweberapport und im Statusbereich den letzten, aktuellen und nächsten Schuss. Der entscheidende Wandel betrifft den Zustand: Aus der Patrone wird eine Sitzung mit einer gespeicherten Position.
Eine kurze Testpatrone anlegen
Am Anfang steht ein kleiner Rapport, dessen Einzug, Anbindung oder Hebungsplan und Trittfolge sich mit bloßem Auge prüfen lassen. Die Testdatei nutzte 8 Kettfäden und 16 Schüsse, damit eine falsche Ausrichtung oder Reihenfolge auffällt, bevor eine lange Kette betroffen ist.
WIF-Datei öffnen und Webstuhlmodell prüfen
Im Öffnen-Dialog von WeavePoint WIF wählen. Anschließend Anbindung oder Hebungsplan, Hoch- oder Tieffach, Schaftzahl und die Position von Schaft 1 kontrollieren. Ein erfolgreicher Import genügt nicht, wenn die Anzeige die Patrone in der entgegengesetzten physischen Ausrichtung liest.
Einen Rapport zum Weben wählen
Weave öffnen, This Pattern auswählen und den Schussbereich festlegen. Laut aktuellem Handbuch genügt ein Rapport, weil der gewählte Bereich beim Weben in einer Schleife läuft.
Mit der passenden Eingabe weiterschalten
Für den nächsten Schuss A, die Leertaste, Tab, einen Linksklick oder eine Berührung des Touchscreens verwenden. Ein programmierbares USB-Fußpedal kann eine dieser Tasten auslösen, sodass beide Hände näher an Webschiffchen und Weblade bleiben.
Erst die Position, dann das Gewebe korrigieren
Mit B oder einem Rechtsklick einen Schritt zurückgehen. Ist bis zum nächsten Schuss ein größerer Sprung nötig, Go To oder G verwenden. Vor dem erneuten Vorwärtsschalten das reale Fach und das Gewebe prüfen.
Die Sitzung vor der Pause speichern
Save speichert die Patrone, die aktuelle Position, den gewählten Bereich und die Richtung. Resume stellt diesen gespeicherten Webzustand später wieder her. Die gespeicherte Bildschirmposition ist eine Gedächtnisstütze, aber kein Beleg dafür, dass der Webstuhl unverändert geblieben ist.
Der Ablauf ist reproduzierbar, doch die Befehle wurden in diesem Durchlauf nicht in der Windows-Demo ausgeführt. Geprüft wurde die Struktur der Patrone; jeder Schritt wurde mit dem aktuellen Handbuch zu Version 9 abgeglichen. Das reicht, um zu beurteilen, ob der Arbeitsablauf die benötigten Bedienelemente bietet. Für eine Bewertung von Oberflächengeschwindigkeit, Eingabeverzögerung oder Verhalten auf einem bestimmten Touchscreen reicht es nicht.

WeavePoint-Treiber: Die Kompatibilität entscheidet über den Kauf
Die Webstuhltreiber von WeavePoint sind hardwarespezifische Schnittstellen. Deshalb bleibt das Wort „kompatibel“ unvollständig, solange Hersteller, Controllergeneration, Verbindung und Betriebssystem nicht feststehen. Der Hersteller nennt die Familien AVL, Toika, ARM und Louet. Im US-Shop von AVL werden derzeit Treibervarianten für AVL, Louet und ARM angeboten; Käufer von Toika-Systemen gelangen über andere regionale Vertriebspartner ans Ziel.
Auf der Schnittstellenseite stehen AVL-Konfigurationen mit 8, 16, 24 oder 40 Schäften, Toika mit 8, 16, 24 oder 32, ARM Patronic und Designer mit 24 sowie Louet Megado 16/32, Magic 24 und Octado 8. Diese Zahlen beschreiben Produktfamilien. Sie versprechen nicht, dass jedes Kabel, jede Firmwareversion und jeder Adapter auf Anhieb funktioniert.
WeavePoint am AVL-Webstuhl: Mit welchen Systemen verbindet sich die AVL-Version?
Der Weg von WeavePoint zum AVL-Webstuhl teilt sich nach Controllergeneration. Laut aktueller AVL-Produktseite deckt der Treiber Compu-Dobby I, II, III, III+, IV, 4.5 und Little Weaver ab. Compu-Dobby 5 benötigt nicht denselben externen Treiber: WeavePoint überträgt die WIF-Datei, öffnet den Browser und übergibt das Weben an die interne AVLDrive-Umgebung.
Damit ändert sich die Kaufentscheidung. Bei einem älteren Compu-Dobby kann der WeavePoint-Treiber die Brücke zwischen Windows und Controller bilden. Bei Compu-Dobby 5 erledigt bereits der kostenlose integrierte Treiber die abschließende Steuerung. Seinen Preis muss WeavePoint dann mit Entwurf, Analyse und einer integrierten Übergabe rechtfertigen – nicht mit exklusivem Zugang zum Webstuhl.
Auch bei den Verbindungen ist Vorsicht angebracht. AVL nennt je nach Webstuhl USB oder Wi-Fi und unterteilt seine Supportbibliothek nach Controllerverhalten. Bei älterer serieller Hardware kommen Fragen zu COM-Port und Adapter hinzu. Ein Produktname reicht nicht: Vor der Bestellung sollten das Typenschild des Controllers und die vorhandenen Anschlüsse fotografiert werden.
Bei einem unterstützten elektronischen Webstuhl ist der Ablauf grundsätzlich unkompliziert. Die Patrone vorbereiten oder öffnen, die richtige Schnittstelle und den richtigen Controller wählen, die Verbindung herstellen und den Bereich festlegen. Danach hebt der Webstuhl bei jedem Schuss die ausgewählten Schäfte, während der Weber das Schiffchen führt und anschlägt. Tritt ein Fehler auf, kann die Steuerung zurückgehen, die Richtung umkehren oder bei einem neuen Schuss beginnen.
Der handwerkliche Maßstab bleibt physisch. Auch ein korrektes Signal behebt keinen überkreuzten Kettfaden, keinen klemmenden Schaft, keinen ausgelassenen Schuss, keine schlechte Spannung und keine falsche Kettfadendichte. Die Webstuhlsteuerung nimmt die Entscheidungen über die Trittfolge ab; sie macht aus dem Weben keine unbeaufsichtigte Produktion.
Korrigieren, speichern, fortsetzen: Darauf kommt es am Webstuhl an
WeavePoint 9 bietet genug Positionsbefehle, um nach einer gewöhnlichen Unterbrechung weiterzuarbeiten, ohne den Rapport neu zu beginnen. Back korrigiert einen einzelnen Schuss, Go To springt über eine größere Distanz, und Save zusammen mit Resume bewahrt die Sitzung zwischen zwei Webphasen.
Ein Beispiel: Ein fehlender Schuss fällt erst auf, nachdem die Anzeige bereits weitergesprungen ist. Im manuellen Modus geht B oder ein Rechtsklick zurück und zieht eins von der Gesamtzahl der gewebten Schüsse ab. Das Gewebe muss trotzdem von Hand zurückgewebt oder ausgebessert werden. Danach ist zu prüfen, welcher Schuss als Nächstes folgt, bevor die Anzeige daran ausgerichtet wird. Betrifft die Korrektur mehrere Schüsse, legt Go To den nächsten Schuss direkt fest und kann außerdem den aktiven Rapport ändern.
Save ist mehr als ein Lesezeichen. Laut aktuellem Handbuch speichert der Befehl die normale Musterdatei zusammen mit aktueller Webposition, Bereich und Richtung. Resume öffnet diesen Zustand später erneut. Wird die Patrone zwischen zwei Sitzungen bearbeitet, verwendet Resume die geänderte Fassung. Deshalb braucht es Versionsdisziplin: Die bewährte Webstuhldatei sollte getrennt von experimentellen Änderungen bleiben.

Der praktische Vorher-nachher-Unterschied ist klein, aber wichtig. Vor Save hängt eine unterbrochene Sitzung vom Gedächtnis oder einer Notiz auf Papier ab. Danach führt das Programm eine festgehaltene Position und Richtung mit. Das verbleibende Risiko ist eine Abweichung zwischen digitalem Zustand und realem Gewebe, die keine gespeicherte Sitzung selbst erkennen kann.
Von der Patrone zum Webstuhl: Übergabe mit WIF und WPO
WeavePoint 9 spielt seine Stärke aus, wenn WPO die bearbeitbare Masterdatei bleibt und WIF als Austauschkopie dient. WPO bewahrt den Arbeitskontext von WeavePoint; WIF 1.1 überträgt verbreitete Strukturinformationen zwischen Webprogrammen und Steuerungswerkzeugen. Der PNG-Export eignet sich zur Veröffentlichung oder Sichtprüfung, nicht als Webstuhlanweisung.
Die eigene Testdatei zeigt den Unterschied. Ihre WIF-Abschnitte deklarieren Webstuhl, Kette, Schuss, Einzug, Anbindung und Trittfolge. Dadurch wird die Struktur portabel. Nicht enthalten ist, ob in einem bestimmten Studio der nahe Schaft als Schaft 1 gilt, ob der reale Webstuhl mit Hoch- oder Tieffach arbeitet oder ob oben oder unten im angezeigten Rapport begonnen werden soll. Diese Entscheidungen sind im empfangenden Programm und am Webstuhl zu kontrollieren.
WeavePoint bewältigt erheblich größere Dimensionen: bis zu 128 Schäfte, 128 Tritte, 9,600 Kettfäden, 9,600 Schüsse und 256 Farben. Die Größe ist nicht die eigentliche Schwierigkeit. Auch eine kurze falsche Patrone bleibt falsch; ein langer geprüfter Rapport kann dagegen gut beherrschbar sein. Deshalb zunächst einen Rapport öffnen, Schaftreihenfolge und Fachbildung vergleichen und erst danach das Projekt erweitern.
Eine belastbare Übergabe sieht so aus:
- Die bearbeitbare WPO-Masterdatei nicht mehr verändern, sobald der Test am Webstuhl bestanden ist.
- Einen kurzen WIF-Rapport exportieren und erneut öffnen, bevor ein anderes Programm oder ein Treiber darauf angewiesen ist.
- Einzug, Anbindung oder Hebungsplan, Trittfolge, Ausrichtung von Schaft 1 und Fachkonvention vergleichen.
- Weiterschalten, Zurückgehen und Fortsetzen an einer Testfolge prüfen, bevor eine wertvolle Kette aufgezogen wird.
- Die bewährte Datei eindeutig benennen, damit ein späteres Designexperiment sie nicht unbemerkt ersetzt.
Browserwerkzeuge können schon früher im Prozess helfen. Der Vergleich von Treadl und AdaCAD zeigt, wo kostenlose Entwurfsprogramme im Browser und der WIF-Austausch ihren Platz haben. Weder der Komfort des Browsers noch eine gültige Datei ersetzen die abschließende Prüfung am Webstuhl.
Was WeavePoint kostet: alle aktuellen US-Preise
WeavePoint kostet ab $297 für eine Volllizenz ohne Treiber – nicht ab $117, wie es die Software-Übersicht von AVL nahelegt. Die Übersicht zeigt den niedrigsten Variantenpreis. Die aktuellen Produktvariantendaten von AVL enthalten die vollständige Preismatrix, geprüft am 17. September 2026.
Der Treiberaufschlag für AVL und Louet ist überschaubar: $79 über der Standardlizenz für $297, also 26.6%. Bei ARM fällt die Entscheidung anders aus: $228 über dem Standardpreis entsprechen einem Aufschlag von 76.8%. Die Kompatibilität wiegt schwerer als diese Prozentsätze, doch sie machen den Preis der Steuerungsebene sichtbar.
Die Upgrade-Rechnung wird leicht übersehen, weil AVL pro Hauptversion abrechnet. Von Version 8 auf 9 fällt ein Upgrade für $117 an. Von Version 7 auf 9 sind es zwei, also $234. Von Version 6 auf 9 sind es drei, also $351. Wer mehrere Versionen zurückliegt, sollte die Summe mit dem aktuellen Preis der Volllizenz vergleichen und die Berechtigung vor dem Kauf bei AVL bestätigen lassen.
Zusätzliche Arbeitsplätze sind kein Ausweg für veraltete Lizenzen. Laut AVL müssen bestehende Arbeitsplätze aktualisiert sein, bevor weitere hinzukommen. Ein Kursraum mit vier zusätzlichen Standard- oder AVL-Arbeitsplätzen zahlt $468, nachdem die vorhandene Installation auf dem aktuellen Stand ist; vier ARM-Arbeitsplätze kosten $520. Nach Angaben des autorisierten britischen Händlers handelt es sich weiterhin um unbefristete Arbeitsplatzlizenzen. Kleinere Updates sind dort als kostenlos, Upgrades auf Hauptversionen als kostenpflichtig beschrieben.
Version 9, Demo und Upgrade-Bedingungen
WeavePoint 9 ist weiterhin die aktuelle Hauptversion; das öffentliche Änderungsprotokoll beginnt derzeit mit 9.0.3.1. Version 9 erschien ursprünglich am 12. April 2023 und führte die manuelle Webstuhlsteuerung ein. Die späteren öffentlichen Einträge dokumentieren Wartungsänderungen, aber keine weitere grundlegende Neugestaltung der Steuerung.
Die öffentliche Versionshistorie ist wichtig, weil die ursprüngliche Ankündigung alt genug ist, um Version 9 fälschlich entweder als aufgegeben oder als neu erscheinen zu lassen. Beides trifft nicht zu. Die datierte Prüfung hier ist enger gefasst: Auf den öffentlichen Seiten des Anbieters wird weiterhin Version 9 genannt, und der oberste Eintrag im Änderungsprotokoll lautet 9.0.3.1. Wann eine künftige Hauptversion erscheint, lässt sich daraus nicht ableiten.
WeavePoint-Demo: den richtigen Installer testen
Die Demo-Ausgaben von WeavePoint sind nach Steuerungsweg getrennt. Auf der Seite für die USA und Kanada stehen Demos mit AVL- und Louet-Treibern; die internationale Seite führt Standard-, ARM- und Louet-Versionen auf. Heruntergeladen werden sollte genau die Fassung, die zur offenen Kaufentscheidung passt. Eine gewöhnliche Designdemo kann keine Controllerverbindung belegen.
Bei der Beschaffung gibt es eine kleine Unannehmlichkeit: Laut AVL unterscheiden sich Demo und lizenzierter Installer, die Demo lässt sich also nicht einfach mit dem gekauften Schlüssel aktivieren. Bezahlte Software und Lizenzdaten kommen innerhalb von 1 bis 2 Werktagen per E-Mail. Eine Neuinstallation sollte daher eingeplant und die erste Produktionskette nicht auf eine sofortige Aktivierung terminiert werden.
Der autorisierte britische Händler bezeichnet die Lizenz als unbefristet, kleinere Updates als kostenlos und Hauptversions-Upgrades als kostenpflichtig. Die aktuelle Regel im US-Shop – $117 pro Hauptversion – ist präziser als die bloße Formulierung eines vergünstigten Upgrade-Preises.
Die entscheidenden Einschränkungen
WeavePoint 9 bietet eine leistungsfähige Webstuhlsteuerung, seine Einschränkungen liegen jedoch im Betrieb und nicht in der Optik.
Windows steht an erster Stelle. Der Anbieter nennt Windows XP bis 11, doch eine native Ausgabe für macOS, iPad, iPhone, Android oder Linux gibt es nicht. Auf einem Mac kann Windows über Parallels laufen; für die manuelle Bedienung lässt sich der Windows-Bildschirm auf ein Smartphone oder Tablet spiegeln. Das sind Umgehungslösungen. Laut Anbieter funktioniert die serielle elektronische Steuerung nicht über CrossOver, PlayOnMac oder Wine.
Der Treiber ist eine Matrix, kein Häkchen. Die Herstellerunterstützung umfasst AVL, Toika, ARM und Louet, während die US-Auswahl bei AVL derzeit nur Varianten für AVL, Louet und ARM verkauft. Selbst innerhalb einer Webstuhlmarke nehmen verschiedene Controllergenerationen unterschiedliche Wege. Compu-Dobby 5 verwendet das interne AVLDrive; ältere Compu-Dobbys benötigen unter Umständen die WeavePoint-Schnittstelle, FTDI-Unterstützung, einen seriellen Adapter oder einen festgelegten COM-Port. Der Webstuhlname allein beantwortet die Kauffrage nicht.
Der manuelle Modus kann den realen Schuss nicht verifizieren. Dokumentiert sind Eingaben per Taste, Klick, Berührung, Sprachbefehl oder programmierbarem Pedal. Der Bildschirm schaltet also auf Anweisung weiter, nicht aufgrund eines Sensors, der die angehobenen Schäfte bestätigt. Ein ausgelassener und ein versehentlich zusätzlicher Befehl erzeugen entgegengesetzte Fehler – in beiden Fällen sieht die Software weiterhin ordentlich aus.
Preise und Beschaffung sind auf mehrere Stellen verteilt. Die Hauptseite von WeavePoint leitet Käufer nach Region weiter, in der AVL-Übersicht steht der Einstiegspreis von $117, die Produktseite öffnet mit $376, und die vollständige US-Preismatrix steckt im dynamischen Variantenwähler. Der Hersteller nennt Toika-Unterstützung, die aktuelle AVL-Auswahl verkauft diese Variante jedoch nicht. Das lässt sich handhaben, sofern die genaue Variante und der Verkäufer dokumentiert werden.
Die Demo wird nicht zur lizenzierten Installation. Ein Test vor dem Kauf ist möglich, anschließend muss jedoch die bezahlte Version installiert werden, sobald die Lizenz eintrifft. Eine Lieferung innerhalb von 1 bis 2 Werktagen ist für Nischensoftware angemessen, aber langsamer als ein sofortiger Softwarekauf.
Unabhängige Belege aus dem Hardwarebetrieb bleiben dünn. Auf der aktuellen Produktseite von AVL gibt es keine Kundenrezensionen; zudem wurden für diesen Test weder Windows ausgeführt noch ein Webstuhl angeschlossen. Die Unterlagen belegen Bedienelemente und Kompatibilitätsangaben. Sie belegen nicht das Verhalten mit einem gealterten Kabel, einem modifizierten Controller oder dem individuellen USB-System eines Studios.
Am Webstuhl dürfte die dritte Einschränkung am stärksten ins Gewicht fallen. Ein manueller Tracker entlastet zwar das Gedächtnis, kann aber ebenso einen Eingabefehler konservieren. Dagegen hilft ein fester Ablauf: Nach jeder Unterbrechung das reale Fach prüfen, die Anzeige auf den nächsten Schuss ausrichten und erst dann fortfahren.
Fazit: Erst den Controller prüfen, dann kaufen
WeavePoint 9 ist eine gute Wahl zur Webstuhlsteuerung für alle, die unter Windows anspruchsvolle Patronen entwerfen und am Webstuhl im selben Programm ausführen möchten. Die Standardlizenz für $297 eignet sich zur manuellen Positionsverfolgung. $376 für AVL oder Louet beziehungsweise $525 für ARM sollten erst fließen, nachdem der Verkäufer Controller und Verbindung ausdrücklich bestätigt hat.
Verzichtbar ist WeavePoint, wenn die Steuerungsaufgabe kleiner als die Software ist. WeaveIt Pro bietet für $160 eine manuelle Trittfolgen- und Tischwebstuhlverfolgung. pixeLoom + Dobby ist für $255 eine Option, sobald der Verkäufer den elektronischen Steuerkopf bestätigt. Das kostenlose AVLDrive genügt, wenn ein kompatibler AVL-Controller nur noch eine WIF-Datei abspielen muss. Wer elektronische Steuerung primär am Mac nutzen will, sollte vor jeder Preisabwägung den nativen oder virtualisierten Softwareweg klären.
Die klare Entscheidungsregel lautet: Muss dieselbe Windows-Anwendung das Gewebe entwerfen, prüfen und steuern, rechtfertigt WeavePoint den Aufpreis. Ist die Patrone bereits fertig, ist der kleinste kompatible Tracker oder Treiber die bessere Wahl.
Der nächste konkrete Schritt ist, den Controller zu identifizieren, die passende offizielle Demo herunterzuladen und einen kurzen Testrapport anzulegen. Dafür eine einfache Folge mit 4 Schäften nutzen, die Ausrichtung prüfen, vorwärtsgehen, einen Schritt zurückgehen, mit Go To springen, speichern, schließen und fortsetzen. Dieser Test gehört vor den Treiberkauf und vor das Aufziehen einer wertvollen Kette.
Häufig gestellte Fragen
Welche Software zum Weben ist die beste?
WeavePoint 9 passt am besten, wenn Windows-Entwurf, Strukturanalyse und eine abgestimmte Webstuhlsteuerung zusammengehören. WeaveIt Pro ist der günstigere manuelle Tracker, pixeLoom nach bestätigter Hardware eine preiswertere Dobby-Option und AVLDrive die kostenlose reine WIF-Lösung für kompatible AVL-Controller.
Welcher Webstuhl eignet sich am besten für den Einstieg?
Der erste Webstuhl sollte zum gewünschten Gewebe, zum verfügbaren Platz und zur bevorzugten Lernweise passen. Ein einfacher Gatterkamm-, Tisch- oder Trittwebstuhl kann sinnvoller sein als ein elektronischer Dobby. Keine Software gleicht einen Webstuhl aus, der nicht zum Projekt passt.
Wie schwer ist es, das Weben am Webstuhl zu lernen?
Die wiederkehrenden Bewegungen werden schnell vertrauter. Das Einrichten des Webstuhls, das Lesen von Einzug und Trittfolge, eine gleichmäßige Spannung und die Fehlerkorrektur brauchen jedoch Übung. Die Schussverfolgung nimmt eine Denkaufgabe ab: sich die aktuelle Position zu merken. Die handwerklichen Entscheidungen bleiben.
Ist Weben ein teures Hobby?
Das kann es sein, denn Webstuhl, Werkzeuge, Garn und Arbeitsraum fallen meist stärker ins Gewicht als die Software. Bei einfachen Patronen genügen womöglich Papier oder ein günstigerer Tracker. WeavePoint sollte auf einen bekannten Bedarf im Arbeitsablauf folgen und nicht der Entscheidung für einen Webstuhl vorausgehen.
Ist Weben schneller als Stricken?
Sobald der Webstuhl eingerichtet ist, kann beim Weben rasch Fläche entstehen; Schären und Einrichten können dagegen viel Zeit kosten. Stricken erfordert bei vielen Projekten weniger Vorbereitung. Ein fairer Vergleich hängt von Gewebe, Webstuhl, Garn und der Frage ab, ob die Rüstzeit mitgezählt wird.
Kann man mit Weben Geld verdienen?
Ja, doch eine Webstuhlsteuerung schafft nicht von selbst eine Marge. In die Kalkulation gehören Garn, Musterstücke, Einrichtung, Webzeit, Ausrüstung, Ausschuss und Verkaufsaufwand. Software rechnet sich, wenn sie kostspielige Fehler verhindert oder einen wiederholten Produktionsschritt so weit verkürzt, dass der Nutzen den Kaufpreis übersteigt.
Was sagt die Bibel über das Weben?
In mehreren Bibelstellen erscheint das Weben als qualifizierte Arbeit und als Metapher. Diese kulturelle Frage ist von der Wahl einer Websoftware zu trennen: Für den Kauf müssen weiterhin Plattform, Dateiformat der Patrone und Controller zusammenpassen.
Wie verkauft man einen Webstuhl?
In das Angebot gehören Hersteller, Modell, Webbreite, Schaftzahl, Dobby- oder Controllergeneration, Anschlüsse, Funktionszustand, Wartungsgeschichte und mitgelieferte Teile. Bei einem elektronischen Webstuhl außerdem das Typenschild des Controllers fotografieren und angeben, ob Software, Lizenzschlüssel und Kabel enthalten oder übertragbar sind.
Welche vier Arten des Webens gibt es?
Eine universelle Einteilung in genau vier Arten gibt es nicht, weil Bindungsstrukturen, Webstuhltypen und Produktionsweisen unterschiedliche Dinge klassifizieren. Für Software ist entscheidend, ob die Patrone Anbindung und Trittfolge, einen Hebungsplan, einen manuellen Schuss-Tracker oder einen elektronischen Steuerungsweg verwendet.
WeavePoint 9 Test zur Webstuhlsteuerung kostenlos herunterladen
Nur die offizielle Demoseite von WeavePoint 9 verwenden und inoffizielle Downloads meiden. Die Demo ist ein eigener Windows-Installer und lässt sich nicht direkt in die bezahlte AVL-Version umwandeln. Die Neuinstallation der lizenzierten Fassung gehört deshalb in die Kaufplanung.
- Zuletzt aktualisiert
- 17. Sept. 2026
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